Jeder Mensch ist einzigartig
Jeder Mensch ist in seiner Persönlichkeit einzigartig und unverwechselbar.
In unseren Erbanlagen und aufgrund unserer Lebenserfahrung, unserer
Fähigkeiten und
Wertvorstellungen unterscheiden wir uns alle voneinander. Unsere
individuellen
«inneren Landkarten» sind verschieden.
Diese Unterschiede sind es, die über das Zusammenleben und
die zwischenmenschliche
Kommunikation massgeblich zur Entwicklung jedes Indviduums beitragen.
Der Kontakt mit anderen Menschen ist ein wesentlicher Bestandteil
unseres täglichen Lebens.
Deren Meinungsäusserungen, Verhaltensweisen, Wünsche und
Bedürfnisse fordern uns
täglich zu Reaktionen auf. Wir prüfen die erhaltenen Informationen
mit unserem persönlichen Erfahrungsfilter und entscheiden uns,
wie wir uns verhalten. Informationen, die positive
Gefühle auslösen, bestärken uns in unserem Selbstverständnis.
Informationen, die negative
oder gemischte Gefühle auslösen, verunsichern uns. Unsere
Reaktion wird vorerst von
Widerstand geprägt. Es gibt verschiedene Möglichkeiten,
mit einer solchen Situation umzugehen...
Konflikte sind vielschichtig
Jeder zwischenmenschliche Konflikt beginnt bei der Kommunikation.
Konfliktpotential entsteht, wenn das Verhalten eines Menschen bei
einem anderen subjektive
Wirkungen auslöst, die für diesen Menschen nicht stimmen.
Als Reaktion werden nach aussen
auf der Sachebene abweichende Positionen eingenommen und andere
Standpunkte vertreten.
Kann unter den Beteiligten keine Einigung erzielt werden, so entsteht
ein nach aussen sichtbarer Sachkonflikt. Unsere Emotionen, unsere
Motive und Interessen sind von unserer «inneren
Landkarte» gesteuert. Auf dieser inneren Ebene entstehen Konflikte,
die Beziehungen, Interessen
und Werthaltungen zum Thema haben.
In unserer Streitkultur versuchen wir heute oft, Konflikte bewusst
nur auf der Sachebene
auszutragen, um der Konfrontation mit der schwer fassbaren Gefühlsebene
auszuweichen.
Oft versteckt sich aber hinter einem vordergründigen Sachkonflikt
noch ein hintergründiger Interessenkonflikt.
Konflikte auf der Sachebene lassen sich aber nur dauerhaft lösen,
wenn nicht gleichzeitig Konflikte
auf der hintergründigen Interessensebene schwelen.
Dieser Denkansatz ist ein wichtiges Element für das Grundverständnis
der Mediation.
Mediation als Konfliktlösungsverfahren
Die Mediation unterstützt Menschen darin, in Konfliktsituationen
gemeinsame und eigen-
verantwortliche Lösungen zu erarbeiten und Entscheide zu treffen.
Im geschützten Rahmen der
Mediation kann die Grundlage zum besseren Verständnis für
die Gegenseite geschaffen werden.
Der Mediationsprozess bezweckt auch die Offenlegung von gegenseitigen
Interessen und Motiven.
Das Ziel liegt darin, auf einer veränderten gemeinsamen Basis
einen Interessenausgleich zu
erreichen, in welchem es keine Gewinner und keine Verlierer gibt.
Es soll eine Win-Win Situation geschaffen werden, welche die Beziehung
zwischen den Parteien für die Zukunft massgeblich
verbessert. Das Mediationsverfahren ist aussergerichtlich und basiert
auf Freiwilligkeit.
Die Mediation bietet Hilfe zur Selbsthilfe. Dahinter steht die Überzeugung,
dass selbsterarbeitete Konfliktlösungen tragfähiger sind als
Entscheide von Dritten.
Die Rolle des Mediators
• Der Mediator ist ein neutraler aussenstehender Konfliktbegleiter.
• Er bietet Hllfe zur Selbsthilfe.
• Er wirkt vertrauensbildend und ausgleichend.
• Er ist für die Strukturierung und den Kommunikationsprozess
verantwortlich,
nicht aber für das inhaltliche Ergebnis.
• Der Mediator besitzt keine inhaltliche Entscheidungsbefugnis.
Voraussetzungen an die Konfliktparteien
Der Erfolg einer Mediation hängt wesentlich davon ab, ob die
beteiligten Konfliktparteien
folgende Voraussetzungen mitbringen:
• Die Parteien entscheiden sich freiwillig für den Versuch
einer Mediation.
• Alle Beteiligten sind an einer Lösung des Konfliktes interessiert.
• Sie möchten ihre Beziehung auch in Zukunft aufrecht erhalten.
• Sie achten sich gegenseitig und erklären sich bereit, einander
zuzuhören.
Die Aufgabe der beteiligten Konfliktparteien besteht darin, gemeinsam
tragfähige Lösungen
für ihr Problem zu entwickeln. Sie müssen sich aktiv am
Mediationsverfahren beteiligen.
Die Verantwortung für die Lösung liegt bei den Parteien.
Mediation als Alternative zu einem
Gerichtsverfahren
Die wesentlichen Unterschiede zwischen einem Gerichtsverfahren und einer
Mediation sind folgende: