Mediation - ein Konfliktlösungsverfahren ohne Verlierer
Hilfe zur Selbsthilfe in Konfliktsituationen


Schwelende zwischenmenschliche Konflikte beeinträchtigen die Leistung und die Stimmung
in einem Unternehmen. Fehlende Streitkultur und Angst vor Gesichtsverlust behindern
die konstruktive Austragung von Konflikten. Positionen und Fronten verhärten sich, weil
persönliche Interessen und Motive zuwenig offengelegt werden. Wollen Konfliktparteien
eine solche Situation nachhaltig bereinigen, dann kann eine Mediation helfen, einen für die
Beteiligten gangbaren Weg aufzuzeigen.


Ich bin für Sie da!


Jeder Mensch ist einzigartig
Jeder Mensch ist in seiner Persönlichkeit einzigartig und unverwechselbar.
In unseren Erbanlagen und aufgrund unserer Lebenserfahrung, unserer Fähigkeiten und
Wertvorstellungen unterscheiden wir uns alle voneinander. Unsere individuellen
«inneren Landkarten» sind verschieden.
Diese Unterschiede sind es, die über das Zusammenleben und die zwischenmenschliche
Kommunikation massgeblich zur Entwicklung jedes Indviduums beitragen.
Der Kontakt mit anderen Menschen ist ein wesentlicher Bestandteil unseres täglichen Lebens.
Deren Meinungsäusserungen, Verhaltensweisen, Wünsche und Bedürfnisse fordern uns
täglich zu Reaktionen auf. Wir prüfen die erhaltenen Informationen mit unserem persönlichen Erfahrungsfilter und entscheiden uns, wie wir uns verhalten. Informationen, die positive
Gefühle auslösen, bestärken uns in unserem Selbstverständnis. Informationen, die negative
oder gemischte Gefühle auslösen, verunsichern uns. Unsere Reaktion wird vorerst von
Widerstand geprägt. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, mit einer solchen Situation umzugehen...

Konflikte sind vielschichtig
Jeder zwischenmenschliche Konflikt beginnt bei der Kommunikation.
Konfliktpotential entsteht, wenn das Verhalten eines Menschen bei einem anderen subjektive
Wirkungen auslöst, die für diesen Menschen nicht stimmen. Als Reaktion werden nach aussen
auf der Sachebene abweichende Positionen eingenommen und andere Standpunkte vertreten.
Kann unter den Beteiligten keine Einigung erzielt werden, so entsteht ein nach aussen sichtbarer Sachkonflikt. Unsere Emotionen, unsere Motive und Interessen sind von unserer «inneren
Landkarte» gesteuert. Auf dieser inneren Ebene entstehen Konflikte, die Beziehungen, Interessen
und Werthaltungen zum Thema haben.
In unserer Streitkultur versuchen wir heute oft, Konflikte bewusst nur auf der Sachebene
auszutragen, um der Konfrontation mit der schwer fassbaren Gefühlsebene auszuweichen.
Oft versteckt sich aber hinter einem vordergründigen Sachkonflikt noch ein hintergründiger Interessenkonflikt.
Konflikte auf der Sachebene lassen sich aber nur dauerhaft lösen, wenn nicht gleichzeitig Konflikte
auf der hintergründigen Interessensebene schwelen.
Dieser Denkansatz ist ein wichtiges Element für das Grundverständnis der Mediation.

Mediation als Konfliktlösungsverfahren
Die Mediation unterstützt Menschen darin, in Konfliktsituationen gemeinsame und eigen-
verantwortliche Lösungen zu erarbeiten und Entscheide zu treffen. Im geschützten Rahmen der
Mediation kann die Grundlage zum besseren Verständnis für die Gegenseite geschaffen werden.
Der Mediationsprozess bezweckt auch die Offenlegung von gegenseitigen Interessen und Motiven.
Das Ziel liegt darin, auf einer veränderten gemeinsamen Basis einen Interessenausgleich zu
erreichen, in welchem es keine Gewinner und keine Verlierer gibt. Es soll eine Win-Win Situation geschaffen werden, welche die Beziehung zwischen den Parteien für die Zukunft massgeblich
verbessert. Das Mediationsverfahren ist aussergerichtlich und basiert auf Freiwilligkeit.
Die Mediation bietet Hilfe zur Selbsthilfe. Dahinter steht die Überzeugung, dass selbsterarbeitete Konfliktlösungen tragfähiger sind als Entscheide von Dritten.

Die Rolle des Mediators
• Der Mediator ist ein neutraler aussenstehender Konfliktbegleiter.
• Er bietet Hllfe zur Selbsthilfe.
• Er wirkt vertrauensbildend und ausgleichend.
• Er ist für die Strukturierung und den Kommunikationsprozess verantwortlich,
  nicht aber für das inhaltliche Ergebnis.
• Der Mediator besitzt keine inhaltliche Entscheidungsbefugnis.

Voraussetzungen an die Konfliktparteien
Der Erfolg einer Mediation hängt wesentlich davon ab, ob die beteiligten Konfliktparteien
folgende Voraussetzungen mitbringen:
• Die Parteien entscheiden sich freiwillig für den Versuch einer Mediation.
• Alle Beteiligten sind an einer Lösung des Konfliktes interessiert.
• Sie möchten ihre Beziehung auch in Zukunft aufrecht erhalten.
• Sie achten sich gegenseitig und erklären sich bereit, einander zuzuhören.

Die Aufgabe der beteiligten Konfliktparteien besteht darin, gemeinsam tragfähige Lösungen
für ihr Problem zu entwickeln. Sie müssen sich aktiv am Mediationsverfahren beteiligen.
Die Verantwortung für die Lösung liegt bei den Parteien.

Mediation als Alternative zu einem Gerichtsverfahren
Die wesentlichen Unterschiede zwischen einem Gerichtsverfahren und einer Mediation sind folgende:

Gerichtsverfahren Mediationsverfahren
Gewinner oder Verlierer
Nullsummenspiel
Sachebene
vergangenheitsorientiert
keine gemeinsamen Ziele
Kampf um Positionen
fairer Interessensausgleich
Chance zu Kooperationsgewinnen
Sach- und Beziehungsebene
zukunftsorientiert
gemeinsame Ziele und Interessen
verhandeln um Interessen
 
Wenn die Mediation scheitert steht immer noch der Rechtsweg offen.
Das Mediationsverfahren wird heute in der Schweiz oft in Scheidungsverfahren angewendet.
Aber auch in der Wirtschaft setzen immer mehr Entscheidungsträger Mediatoren ein, um Konfliktsituationen einvernehmlich lösen zu können.
 

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